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Diamanten als Wertanlage |
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Diamanten als Wertanlage
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6.2.2006
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In Krisenzeiten setzen Anleger gerne auf Sicherheit: Immobilien, Gold - und Diamanten. Die funkelnden Steinchen locken mit stabiler Wertsteigerung, doch das Investment ist für Laien recht riskant.
Von Angela Heissenberger, Report online (www.report.at)
Sie sind Relikte aus der Urzeit und im Rohzustand kaum ansehnlicher als gewöhnliche Kieselsteine. Dennoch werden ihretwegen seit jeher Kriege geführt, denn das Glitzern der geschliffenen Diamanten vermag die Gier im Menschen zu wecken.
Edel und schön
Schwankende Aktienkurse und Börsenflauten rücken Diamanten aber auch als Anlageobjekt ins Interesse von Investoren. Diese brauchen einen langen Atem: Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren kann man mit einem Wertzuwachs von etwa fünf Prozent aufwärts rechnen.
Sogenannte Anlagediamanten wiegen mindestens ein halbes Karat und zeichnen sich durch höchste Reinheit, perfekten Schliff und schöne Farbe aus. Allerdings erfreuten sich in den letzten Jahren auch Steine der zweiten und dritten Preiskategorie - also jene mit Qualitätsabstrichen - großer Wertzuwächse.
Laien können sich dabei nur auf das Urteil seriöser Fachleute verlassen, denn Kriterien wie Farbe, die unzählige Weißabstufungen umfasst, oder Reinheit, die winzigste Einschlüsse bei bis zu zehnfacher mikroskopischer Vergrößerung klassifiziert, sind kaum nachvollziehbar.
Synthetische Diamanten können unter Umständen auch von Experten nur mit großem technischen Aufwand als Fälschungen entlarvt werden.
Botswana, Südafrika, Kanada und seit einiger Zeit auch Russland sind die größten Diamantproduzenten der Welt. Vor allem die russischen Vorkommen sollen gigantisch sein, doch auch in Brasilien werden immer noch neue Minen erschlossen. Es dauert jedoch etwa acht bis zehn Jahre, bis eine Lagerstätte die ersten Diamanten liefert. Im Schnitt müssen 250 Tonnen Material weggeschafft werden, um ein Karat Diamanten (1 Karat = ein Fünftel Gramm) zu finden. Die jährliche Weltproduktion umfasst circa hundert Millionen Karat, lediglich ein Prozent der Steine eignet sich aber aufgrund der strengen Qualitätskriterien für Investitionen.
Nur zwanzig Prozent des Rohmaterials werden für Schmuck geschliffen. Der Hauptteil findet in der Industrie Verwendung, etwa als Chips in der Nanotechnologie. Auch als Beschichtung von Präzisionswerkzeugen ist das Mineral mit der Härte 10 unübertroffen.
Allein der Markt für Diamantenschmuck ist rund 6,9 Milliarden Dollar schwer, Hauptabnehmerländer sind die USA und Japan. Der Umsatz wächst jährlich um etwa zehn Prozent.
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| Selten und begehrt
Bis zum 18. Jahrhundert war Indien der einzige Produzent von Diamanten. Bereits in einem Text aus dem 4. Jh.v.Chr. wird über Diamanten als Tauschmittel berichtet. Im 13. Jahrhundert erfand ein Belgier den Diamantenschliff; noch heute befindet sich in Antwerpen die wichtigste Diamantenbörse der Welt, über achtzig Prozent des Handels mit den Glitzersteinchen werden dort abgewickelt.
Als die indischen Minen im 18. Jahrhundert erschöpft waren, wurden in Brasilien große Vorkommen entdeckt und die Nachfrage stieg ins Unermessliche. 1886 fand man Diamanten im Fluss Oranje. Zwei Jahre später begründete der Fund des legendären »Sterns von Afrika«, des größten jemals entdeckten Diamanten, den Diamantenboom in Südafrika. 1931 gründete Sir Ernest Oppenheimer das Schürf- und Handelsunternehmen De Beers, das heute neunzig Prozent des Weltmarktes an Diamanten kontrolliert.
Der Onlinehandel mit Diamanten steckt dagegen noch in den Kinderschuhen. Die einzige börsennotierte Aktiengesellschaft, die sich auf den Vertrieb von Diamanten via Internet zu Großhändlerpreisen spezialisiert hat, ist Abazias. Bisher werden aber lediglich etwa zwei Prozent des Gesamtumsatzes des Diamantenmarktes über das Internet erzielt.
Trotz ihrer unvergleichlichen Schönheit sind Diamanten im letzten Jahrzehnt in zweifelhaften Ruf geraten. Vor allem in Angola, Sierra Leone und der Republik Kongo flossen die Erlöse des Edelsteinhandels direkt den Bürgerkriegsparteien zu. De Beers betonte immer, ausschließlich Diamanten aus »konfliktfreien Zonen« zu verkaufen - also keine der umstrittenen »Blutdiamanten«, mit denen Regierungen und Rebellengruppen in Afrika ihre Kriege finanzieren. Nachprüfbar war dieser Vorsatz freilich nicht, ist doch die Herkunft der Steine nicht immer genau zurückzuverfolgen.
Im Juli 2000 untersagte der UN-Sicherheitsrat den Handel mit Diamanten aus Sierra Leone, doch laut UNO wurde das Embargo von Liberia, Gambia und Burkina Faso wiederholt gebrochen. Auch der Import von Diamanten aus Angola und der Republik Kongo war bereits seit Jahren untersagt, doch der Krieg hatte sich in diesen Ländern längst verselbstständigt. Nicht zuletzt sind die Diamantenminen selbst zum heiß umkämpften Kriegsziel geworden, um die Vormachtstellung der jeweiligen Konfliktparteien zu sichern - ein tödlicher Kreislauf, in dem große Teile der Zivilbevölkerung und unzählige Kindersoldaten ihr Leben ließen. Anfang 2003 trat deshalb das sogenannte »Kimberley-Abkommen« in Kraft, das Blutdiamanten vom Handel am Weltmarkt ausschließt. Der Vertrag wurde von 45 Staaten unterzeichnet. Ein fälschungssicheres Zertifikat soll den Verkauf von Steinen aus inkriminierten Ländern an der Börse von Antwerpen verhindern. Derzeit gilt gegen die Republik Kongo, Liberia und den Libanon ein Embargo. Erst kürzlich forderte der UN-Sicherheitsrat, auch den Import von Rohdiamanten aus der Elfenbeinküste zu verbieten.
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| Riskantes Spiel
Wie bei allen edlen Sachwerten verläuft auch der Diamantenmarkt in zyklischen Wellen. Wer 1970 in Gold, Silber oder Diamanten investierte und sie zehn Jahre später wieder verkaufte, konnte ein kleines Vermögen verdienen. Die Kunst liegt darin, im Wellental einzusteigen und am Höhepunkt des Wellenkamms wieder zu verkaufen. Dazu kommt bei Diamanten aber noch das Manko, dass der Durchschnittsanleger in der Regel am Ende der Handelskette steht, wenn also der Stein schon etliche Preisaufschläge von Zwischenhändlern und Schleiferei erfahren hat. Auch das Währungsrisiko ist nicht unerheblich, da Diamanten weltweit auf Dollarbasis gehandelt werden.
Als Absicherung des Portefeuilles sind Diamanten ebenso wie Gold jedoch gut geeignet. Sie bestechen durch Schönheit und Eleganz und sind aufgrund ihrer geringen Größe leicht zu lagern - Wertkonzentration in kleinster Form. Zudem handelt es sich um eine stabile Währung, die von Geldmarkt unabhängig ist. Wer allerdings nicht vorhat, sich intensiver damit zu befassen, sollte lieber die Finger davon lassen. Oder in Kauf nehmen, dass die Glitzersteinchen den Zweck des gewinnbringenden Investments nicht ganz erfüllen - aber dann kann man sie immer noch der Liebsten schenken. |
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