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Diamantbetrüger


Quelle: www.newsclick.de, 21.07.2006

Die glücklosen Diamantbetrüger

Paar aus Hessen versucht Mann aus der Samtgemeinde Baddeckenstedt überteuerten Edelstein zu verkaufen

Von Ingo Kugenbuch

SALZGITTER. Das Abhörprotokoll eines Telefonats, das Richter Ulrich Schulz vorliest, ist Comedy pur: Auf der einen Seite das schwerhörige Opfer, auf der anderen Seite ein Italiener, der versucht, dem Mann in gebrochenem Deutsch einen Diamanten aufzuschwatzen. Polt könnte es nicht besser.

Die Masche der Diamantbetrüger funktioniert so: Sie rufen jemanden an, der sein Diamantdepot verkaufen möchte. Dem machen sie weis, dass sie dessen Edelsteine zu einem vorteilhaften Preis losschlagen können – allerdings funktioniere das nur über ein an der Diamantbörse eingetragenes Handelshaus. Dort könne das Opfer Mitglied werden. Die Eintrittskarte ist der Kauf eines 1,54-Karat-Brillanten, den das Handelshaus nach einem Jahr aber wieder zurückkauft – sogar mit einem Aufschlag von 11,3 Prozent.

Diese Geschichte klingt so toll, dass sie nur kriminell sein kann. Trotzdem sind im Falle des Angeklagten Egbert M. und dessen ebenfalls angeklagter Lebensgefährtin Rita K., beide aus dem Hessischen, mehrere Menschen darauf reingefallen. Einige davon tragen einen Doktortitel.

Dem hiesigen Opfer, einem 70-jährigen Mann aus der Samtgemeinde Baddeckenstedt, dienen die Betrüger einen Diamanten für 10 880 Euro an. Der Stein wurde zuvor bei einem Händler in Pforzheim gekauft. Kostenpunkt: 2840,38 Euro. Eine Gratifikationsurkunde mit schwungvoller Unterschrift liefert die englische Firma Warwick & James. Ihr Besitzer: Ein gewisser Egbert M. aus Darmstadt.

Der eingangs erwähnte Italiener, behauptet M., habe ihn zu der Tat überredet. Tatsächlich tritt das Phantom mit dem starken Akzent nur bei diesem Telefonat in Erscheinung. Bis auf die Anklagebank im Amtsgericht Salzgitter hat es der Komplize jedenfalls nicht geschafft.

Die Gauner haben Pech: Der Mann aus der Samtgemeinde Baddeckenstedt ist schon beim Kauf seines Diamantdepots gelinkt worden. Also verständigt er beim ersten Anruf des Egbert M. die Polizei. Die Beamten zapfen das Telefon des Beinahe-Opfers an – und ein Polizist sitzt als angeblicher Sohn mit auf der Couch, als Rita K. und Egbert M. den Stein übergeben wollen.

Das war im März, seitdem sitzt M. in Untersuchungshaft. Seine Lebensgefährtin wurde nach einem Monat wieder aus dem Gefängnis entlassen. Wusste sie, was sie dort tat? Die Staatsanwältin glaubt: Ja. Und beantragt für die Küsterin eine dreimonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Beim geständigen – und mehrfach wegen Betrugs vorbestraften – Haupttäter Egbert M. lässt die Staatsanwältin Milde walten: Zehn Monate Haft sollen für Tat und Schuld angemessen sein. Eine Bewährung freilich ist dabei nicht drin.

"Ich war erstaunt über den milden Antrag der Staatsanwältin", befindet auch Richter Schulz. Trotzdem entspricht er ihm: zehn Monate ohne Bewährung für Egbert M. Dessen Lebensgefährtin spricht das Schöffengericht frei. Es kann nicht endgültig geklärt werden, ob sie tatsächlich eine Mitwisserin der Tat war, wie die Staatsanwältin glaubt. Rita K. wird für den Monat in U-Haft eine Entschädigung bekommen.

Das Urteil gegen Egbert M. wird von allen Parteien angenommen und ist damit rechtskräftig.