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Diamant, lose und zertifiert zum besten Preis für Diamantschmuck als individuell Geschenk nur bei Diamanthaus

Rückkehr der harten Steine


HANDELSBLATT, Freitag, 24. Februar 2006, 14:25 Uhr

Rückkehr der harten Steine

Von Tanja Kuchenbecker

Bis vor kurzem noch galten Diamanten als altmodisch. Doch nun sind die Freunde von Marilyn Monroe zurück. Überall tragen Prominente wieder die Juwelen – sogar zu Jeans. Es glitzert an Fingern, Handgelenken, Füßen und Ohren. Je teurer und prunkvoller, desto besser.

PARIS. Place Vendôme – das Pariser Mekka der Schmuckliebhaber in der Nähe der Tuilerien: Millionen von Karat liegen hier, Diamanten, Rubine, Smaragde. Um den Platz aus dem 17. Jahrhundert mit seinen klassizistischen Palästen reihen sich die Juweliere von Chaumet über Bulgari und Boucheron bis zu Chanel.

Bis vor kurzem noch galten Diamanten als altmodisch. Doch nun sind die Freunde von Marilyn Monroe zurück. Überall tragen Prominente wieder die Juwelen – sogar zu Jeans. Es glitzert an Fingern, Handgelenken, Füßen und Ohren. Je teurer und prunkvoller, desto besser.

Diamanten verkaufen sich wieder in Massen an eine neue Kundschaft von Millionären, die das Außergewöhnliche suchen. Das Eintrittsticket für das exklusive Juweliersparadies beginnt meist bei 80 000 Euro.

Bei Juwelier Harry Winston, dessen Stücke auch schon Marilyn trug („Sprich mit mir, Harry Winston“), wurde kürzlich in Paris eine Schmuckgarnitur mit 200 Karat für 5,2 Millionen Dollar gefertigt.

Auch die großen Modehäuser wie Chanel, Dior oder Louis Vuitton setzen auf den Luxusschmuck. Die Kollektionen sind viel umfangreicher als früher und finden dennoch in kurzer Zeit einen Käufer.

„Wir machen heute 60 Prozent mehr Umsatz mit Luxusschmuck als noch vor einigen Jahren“, sagt Dior-Chef Sidney Toledano. Bei Cartier waren kürzlich einen Tag nach einer New-York-Ausstellung die besten Unikate schon alle verkauft.

Ausgelöst hat die Jagd auf die Diamanten die Trendsetterin Madonna. Sie ließ sich für ihre Hochzeit mit Guy Ritchie im Jahr 2000 ein Kreuz mit 15 Diamanten von jeweils einem Karat von Harry Winston kreieren. Und trägt seitdem Stirnbänder und Uhren mit Diamanten geschmückt.

Andere Stars folgten ihrem Beispiel. Die Sängerin Beyoncé behängt sich wie ein Weihnachtsbaum mit Diamanten, und Ex-Sängerin Victoria Beckham, Davids Frau, stellt gern eine Diamanten-Uhr zur Schau. Die Tennisspielerinnen Serena und Venus Williams verzichten sogar beim Wettkampf nicht auf ihren Schmuck.

Die edlen Steine finden sich neuerdings auch auf Stiften, Jeans, Telefonen, Rasierklingen oder Unterwäsche. Heute sind es allerdings nicht nur Frauen, die nach Diamanten verrückt sind. Rapper wie Nelly und Puff Daddy lassen sich ihre Zähne mit Diamanten veredeln und Victorias Mann, der Fußballer David Beckham, trägt Diamanten-Ohrstecker.

Damit knüpfen sie an eine alte Tradition an. Schon im Mittelalter waren es die Männer, die Diamanten als Glücksstein trugen. Damals war er wegen seiner Härte Symbol der Männlichkeit. Erst im 15. Jahrhundert entdeckten ihn die adeligen Damen.

Jung sind heute die neuen Diamantenfans, zwischen 30 und 40 Jahren, und viele stammen aus China oder Russland. Sie investieren eher in Luxusschmuck als in Kunst oder Immobilien. „Ein Ring für sechs Millionen Euro ist leichter zu transportieren als ein Gemälde oder eine Immobilie“, sagt Philippe Schaeffer, Vizepräsident von Harry Winston in Paris.

So verwundert es nicht, dass auch Kofferhersteller Louis Vuitton seit kurzem eine teure Schmuck-Kollektion herausbringt. Bei ihm kann man alles kaufen, was mobil und leicht zu transportieren ist. Der neue Diamantenschmuck wirkt keineswegs altmodisch, er scheint oft sogar vom Modeschmuck inspiriert zu sein.

„Echter Schmuck muss nicht langweilig sein“, so lautet die Devise von Victoire de Castellane. Die Dior-Designerin ist das beste Beispiel für die neue Originalität der Diamanten. „Mein Schmuck ist nicht klassisch, ich nehme ihn nicht so ernst. Das gefällt den Frauen“, sagt die lebhafte Blondine, deren Kreationen auch Schauspielerinnen wie Meg Ryan und Cameron Diaz tragen.

Victoire de Castellane schuf lange an der Seite von Karl Lagerfeld bei Chanel den Phantasieschmuck und wechselte vor sieben Jahren zu Dior.

Zuletzt ließ sie sich für ihre Unikate von der Tier- und Pflanzenwelt inspirieren und mischte bunte Edelsteine mit Diamanten. Das wurde ein großer Erfolg. Die Kollektion mit 15 Exemplaren in Form von Salamandern, Seepferdchen und Schmetterlingen verkaufte sich in wenigen Monaten.

Die Preise für die Einzelstücke bei Dior sind vergleichsweise günstig und beginnen bei 20 000 Euro. Aber wie in der Luxusmode, der Haute Couture, wird der genaue Preis auch bei teuren Juwelen, der Haute Joaillerie, meist geheim gehalten.

Bei Dior erzählt jede Schmuckkollektion eine Geschichte. Das kostbarste Stück von „mehreren Millionen Euro“ und 20 Karat Diamanten ist das Kollier „Château hanté“, das Spukschloss: Einst lebte dort ein Vampir mit seiner schönen Verlobten. Die beiden sind spurlos verschwunden, und Jahrhunderte später wird der Juwelenschatz der Vampire entdeckt. Victoire de Castellane erfindet gern Geschichten.

Älter als im Hause Dior ist bei Chanel die Diamanten-Geschichte. Schon Coco brachte 1932 die erste Diamanten-Kollektion heraus. Tradition ist gefragt, und vieles erinnert immer wieder an Coco, die Kamelienblüten, Sterne und Kometen als Vorbilder für ihren Schmuck wählte. Gut, dass sie schon damals so modern war. So begeistern sich auch Stars wie Uma Thurman, Penelope Cruz oder Nathalie Portman für die neuen Kreationen. Die Kollektionen werden im aufwendigen Rahmen präsentiert, so wie die letzte Schmuckausstellung „Eléments célestes“ (Himmelskörper) in Paris.

Im schwarz-gold-verspielten Ausstellungsraum bei Chanel an der Place Vendôme herrscht Zwielicht. In der Mitte des Raums steht ein Tisch, der sich rhythmisch bewegt. Schwarze Scheiben rollen dabei von einer Seite zur anderen und erinnern an Kometen am Himmel.

Um den Tisch sind die Juwelen in futuristischen Glaskästen ausgestellt. Ein Kosmos des Luxusschmucks: Diamanten-Kolliers, Ringe oder Armbänder sind beweglich und können ihre Formen verändern. Auch bei Chanel wird über die genauen Preise geschwiegen. Doch für eine Kette muss man mindestens ein bis zwei Millionen Euro anlegen.

Die beste Ausstellung für den glitzernden Schmuck sind allerdings – wie auch für exklusive Designerkleider – die roten Teppiche zwischen Los Angeles und Cannes. Tausende von Kameras erfassen bei den Oscars oder beim Filmfestival in Cannes das Funkeln der Diamanten. Die Bilder gehen um die Welt und lassen von Schönheit träumen.

Deshalb sponsert der Schweizer Juwelier Chopard das Festival in Cannes. Wenn Schauspielerinnen wie Sharon Stone, Scarlett Johansson oder Salma Hayek in Cannes auf dem roten Teppich Schmuck tragen, dann ist das die beste Werbung für Juwelen. Im schönen Monat Mai ist es wieder so weit.